Die wichtigsten Informationen bei der Jobsuche auf Mallorca

Das Arbeiten in Spanien hat seine feinen Unterschiede zum deutschen Arbeitsmarkt, daher sollte man sich bei der Arbeitssuche vorab informieren.

Die Arbeitslage in Spanien

Gute Aussichten auf Arbeit hat man bei spanischen Firmen, die auch auf dem deutschen Markt tätig sind. Im Gegensatz zu deutschen Tochterunternehmen im Ausland, die kaum Deutsche beschäftigen, sieht das bei den spanischen Unternehmen aus dem Mittelstand ganz anders aus. Für alle Berufsfelder sind jedoch sehr gute Kenntnisse der spanischen sowie weiterer Sprachen zwingend erforderlich. Eine Besonderheit gibt es jedoch: Fast ein Drittel der Arbeitnehmer in Spanien besitzen nur einen befristeten Arbeitsvertrag.

Stellensuche und Bewerbungsverfahren

In Spanien findet man am einfachsten eine Stelle, indem man sich direkt vor Ort begibt und dort sucht. Zwar findet man auch in zahlreichen in spanischen Zeitungen, die auch in Deutschland verfügbar sind, Stellenangebote, die Chancen sind jedoch direkt in Spanien deutlich besser. Der Grund hierfür ist, dass in Spanien Beziehungen eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus ist für Spanier der persönliche und direkte Kontakt extrem wichtig. Hat man daher die Möglichkeit, eine Referenz aus Spanien zu bekommen, so erhöht das die Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und ggf. auf eine Anstellung deutlich. Aus demselben Grund erhält zudem das Vorstellungsgespräch – oder besser die Vorstellungsgespräche – einen besonders hohen Stellenwert. In den seltensten Fällen wird man nach nur einem Gespräch eingestellt. Vielmehr sind mehrere Gespräche üblich und es kann durchaus vorkommen, dass ein Bewerber bis zu sechsmal von einem Unternehmen eingeladen wird.

Kostenlose Arbeitsvermittlung

Eine erste Anlaufstelle vor Ort in Spanien ist – neben den Zeitungen oder dem Besuch von Unternehmen – eine Dienststelle der spanischen Arbeitsvermittlung „Oficinas de Empleo“ welche es in allen Städten gibt. Hier kann man sich kostenlos als arbeitssuchend einschreiben lassen. Einzige Voraussetzung ist ein gültiger Ausweis sowie ein fester Wohnsitz im Land. Eine Wohnung zu mieten ist jedoch oftmals gar nicht so einfach, da es in Spanien eher üblich ist zu kaufen. Wohnungen zur Miete sind daher oftmals rar und sehr teuer.

Eine Alternative: Arbeitssuche über Zeitarbeitsfirmen

Wie in Deutschland, gibt es auch in Spanien Zeitarbeitsfirmen, die „Empresas de Trabajo Temporal“, welche in Spanien eine deutliche größere Bedeutung für die Arbeitsvermittlung haben. Viele dieser Vermittlungsagenturen berechnen dem Arbeitssuchenden keine Gebühren, sondern rechnen nach der Arbeitsvermittlung direkt mit dem Unternehmen ab. Bei diesen Firmen, die man in den Gelben Seiten findet, erhält man also eine kostenlose Vermittlung. Eine weitere Möglichkeit bieten zudem Vermittlungsbüros, die dem Arbeitssuchenden gegen Gebühr bei der Vermittlung helfen. Die Adressen von solchen Zeitarbeitsfirmen erhält man beim „Instituto Nacional de Empleo“ oder (INEM). Auch hier ist in jedem Fall immer ein persönlicher Besuch empfehlenswert.

Bewerbung über die Zeitung

Auf Grund der oben genannten Bedingungen ist diese Art der Stellensuche eher nicht zu empfehlen und bietet eher geringe Chancen auf Erfolg. Dennoch gibt es auch in Deutschland zahlreiche Zeitungen aus Spanien, in denen – vor allem große – Unternehmen Stellenanzeigen veröffentlichen. Dabei sind vor allem die spanischen Großstädte wie Valencia oder Madrid vertreten. Mit etwas Glück haben diese Firmen sogar eine Zweigstelle oder ein Büro in Deutschland, so dass die Bewerbung etwas einfacher wird. Vor dem Kauf der Zeitung sollte man sich jedoch immer vergewissern das der entsprechende Teil auch enthalten ist. Vor allem die Sonntagsausgabe bietet sich für die Stellensuche an.

Arbeitsvermittlung über die Handelskammer

Eine weitere Möglichkeit zur Arbeitssuche bietet die spanische-deutsche Handelskammer an. Für etwa 70 Euro kann man hier seinen Lebenslauf für ein Jahr in die Datenbank der Kammer aufnehmen lassen. Dieser wird dann nicht nur auf der Webseite publiziert, sondern eingehende Stellenangebote werden zudem mit den Bewerberprofilen in der Datenbank abgeglichen. Bei Treffern werden dann Vorstellungsgespräche mit interessierten Unternehmen organisiert.

Die Bewerbung

In Spanien gibt es keine klaren Regeln für eine Bewerbung. In den meisten Fällen sind ein Anschreiben sowie ein Lebenslauf völlig ausreichend. Dieser sollte ähnlich wie in Deutschland gegliedert sein und einen Bereich für persönliche Daten, Schulbildung, Berufsbildung und Arbeitserfahrung, Sprachkenntnisse sowie persönliche Interessen enthalten. Wenn vorhanden sollte man hier zudem seine Referenzen mit Name, Unternehmen und Titel in einem Bereich hinzufügen. Auch die Bitte zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch sollte man nicht vergessen.

Die Anstellung: Was passiert danach?

Hat man eine Arbeit in Spanien gefunden, beginnt der zum Teil schwierige Teil der Wohnungssuche. In Spanien kauft man traditionell eher, als das man Mietet, doch auch die Kaufpreise sind in den letzten Jahren deutlich in die Höhe geschossen. Ein Haus zum Beispiel in Madrid, kostet heute im Schnitt um die sieben Jahresgehälter. Eine weitere Sache, über die man sich nun im Klaren sein muss, ist die hohe Arbeitszeit in Spanien. Etwa 1800 Stunden im Jahr arbeitet ein spanischer Angestellter im Durchschnitt und bringt Spanien damit den dritten Platz weltweit ein. Auch wenn man sich nach wie vor eine ausgedehnte Mittagspause gönnt, so sind lange Abwesenheiten vom Arbeitsplatz auch in Spanien inzwischen nicht mehr möglich!

Aufenthalt und Visum

Wird eine berufliche Tätigkeit in Spanien für mehr als drei Monate aufgenommen, so muss dies binnen eines Monats bei der Polizei oder der Ausländerbehörde gemeldet und eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden. Die Antragsstellung ist nur persönlich und nach telefonischer Terminbestätigung (+34 900 610 620) möglich. Je nach Dauer der Tätigkeit bekommt man als EU Bürger wahlweise eine Erlaubnis für die Dauer der Tätigkeit von bis zu einem Jahr, oder – bei Tätigkeiten von über einem Jahr – eine Erlaubnis für fünf Jahre, die anschließend auf Antrag um weitere 5 Jahre verlängert wird. Für die Beantragung sind ein Pass oder Personalausweis sowie drei Passfotos notwendig. Arbeitnehmer benötigen darüber hinaus eine Kopie ihres Arbeitsvertrages, während Selbstständige nachweisen müssen, dass sie die Voraussetzungen für die Ausübung der gewünschten Tätigkeit besitzen. Auf Verlangen kann zudem ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt werden.

Für weitere Informationen steht die die spanische Auslandsvertretung am Wohnsitz jederzeit zur Verfügung.