Arbeiten in Spanien  –  Der Job in der Sonne

Dem kalten und tristen Deutschland entfliehen, bedeutet für viele Deutsche, dass sie im Ausland arbeiten wollen. Ob Ibiza, Mallorca oder Barcelona, das Ferienland Spanien ist nicht nur als Reiseziel beliebt, viele Deutsche würden auch gerne in Spanien arbeiten und ihr normales Alltagsleben bestreiten. Doch wer sich diesen Traum erfüllen will, der muss erst einmal bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das Arbeitsrecht und Aufenthaltsrecht in Spanien erlaubt es grundsätzlich, dass jeder Bürger der EU eine Beschäftigung ausführen kann. Durch die Entwicklung der EU in den letzten Jahrzehnten ist es diesen Bürgern möglich, dass sie sich selbst auf öffentliche Angebote von Stellen bewerben können. Denn als EU-Bürger ist man dem Spanier gleichgestellt und kann auch wie dieser die gleichen Rechte bei der Arbeitssuche beanspruchen.

Arbeitssuche auf Mallorca

Für die Arbeitssuche sind auch in Spanien Arbeitszeugnisse und Qualifikationen notwendig. Doch für den EU Bürger muss dies nicht zu einer Hürde werden, denn Berufe wie Architekten, Apotheker, Tierärzte, Zahnärzte und Ärzte sind auch in Spanien voll anerkannt.  Wer dagegen andere Hochschulabschlüsse vorweist, der sollte sich auf eine längere Bearbeitungszeit einstellen, bis der spezielle Abschluß auch in Spanien anerkannt wird. Hinzu können hohe Kosten, vor allem für die nötigen Übersetzungen kommen, sodass ein solches Verfahren, kosten- und zeitaufwendig ist. Will man die Chance nutzen und eine Arbeit in Spanien finden, dann muss man eine Eintragung im Nationalen  Ausländerregister haben. Durch die Eintragung erhält der Arbeitssuchende eine NIE-Nummer, die der bei allen Gängen zu den Ämtern vorzeigen muss. Ob Bank, Anmeldung, Sozialversicherung oder Steuerangelegenheiten, immer muss man auf Anträgen diese NIE-Nummer angeben. Als zweite Nummer muss der Arbeitende auch in Spanien eine Sozialversicherungsnummer vorweisen. Hat der EU-Bürger in Spanien seine erste Arbeitsstelle gefunden, dann wird der jetzige Arbeitgeber die Pflicht der Anmeldung übernehmen und der ausländische Arbeiter erhält eine Sozialversicherungsnummer, die ein Leben lang gültig ist.

Arbeitskräfte im Tourismus immer gefragt

Ob Costa del Sol, Alicante oder Mallorca, in Spanien gibt es einige Regionen, wo der deutsche Urlauber oder Auswanderer sich darauf verlassen kann, dass er mit seiner Heimatsprache bestens im Alltag auskommen wird. Doch wer einen guten Start auf dem spanischen Arbeitsmarkt haben möchte, der sollte die spanische Sprache wenigstens so gut beherrschen, dass er den Alltag stemmen kann und im Berufsleben nicht auf einen Dolmetscher angewiesen ist. Gerade Spanien ist für gute Sprachreisen bekannt und wer nach einem solchen Urlaub wieder nach Hause kommt, der hat einen Einblick in das Leben in Spanien erhalten. Gute Sprachkenntnisse kann der Arbeitssuchende auch in der Volkshochschule mit günstigen Kursen zu erreichen. Wer sich in die spanische Gesellschaft integrieren will, der wird mit grundlegenden Spanischkenntnissen in das Land einreisen und sich nicht auf die Deutschkenntnisse der spanischen Bevölkerung verlassen. Wie in Deutschland auch muss ein unterzeichneter Arbeitsvertrag das Arbeitsverhältnis besiegeln und der neue Arbeitnehmer muss sich erst mit seinem zukünftigen Chef über die Höhe des Gehalts einigen.

Das Jahr 2012 brachte in Spanien eine Reform des Arbeitsmarktes, die Reforma Laboral. Ob arbeitsfördernde Maßnahmen, Kurzarbeit, Vertragsarten oder der wichtige Kündigungsschutz, in allen Bereichen gab es Veränderungen. Die spanische Regierung verabschiedete diese Neuerungen bereits am 9. Februar 2012 und brachte somit auch entscheidende Verbesserungen für die Arbeitnehmer auf den Weg. So wurde der spanische Arbeitsvertrag mit dem 1. 1. 2014 verändert und hierbei ging es vor allem auch um eine Minimierung der Anzahl von möglichen Vertragsmodellen. Gab es früher in diesem Bereich 42 Modelle des Arbeitsvertrages, heute sind nur noch 4 Vertragsmodelle vorhanden.

Betrachtet man den spanischen Arbeitsvertrag, dann gibt es nun feste Bestandteile, die eingehalten werden müssen. Schriftlich oder mündlich kann der Arbeitsvertrag geschlossen werden und wer einen rechtssicheren Vertrag als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber haben will, der sollte diesen auf jeden Fall immer schriftlich aufsetzen. Stellt der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft bereit, so wird der Arbeitgeber diese dagegen mit einer Geldsumme entlohnen. Als Arbeitnehmer auf Mallorca muss der betreffende Mensch ein Alter von 16 Jahren erreicht haben und als geschäftsfähig gelten. Will ein Mensch unter 16 Jahren ein Arbeitsverhältnis eingehen, so müssen die Eltern dies erlauben oder es muss die Einwilligung eines richterlichen Vormunds vorliegen. Aber auch der Arbeitgeber muss eine Altersgrenze von 18 Jahren überschritten haben und dazu sollte er eine natürliche Person und geschäftsfähig sein. Hat der Arbeitgeber aber erst die Altersgrenze von 16 Jahre überschritten, so braucht er wie ein minderjähriger Arbeitnehmer die Einwilligung von seinen Eltern und eines richterlichen Vormunds.

Arbeitsvertrag bei Jobsuche beachten

Es gibt einige Vertragsformen, bei deren Abschluß nur ein schriftlicher Vertrag nach den vorgegebenen Vertragsmodellen vorgeschrieben ist. So sind langfristige und kurzfristige Praktikumsverträge immer nach den gesetzlichen Vorgaben auszustellen. Hat ein EU-Bürger in Spanien einen Ausbildungsplatz gefunden, so wird auch dieser Ausbildungsvertrag immer schriftlich nach den gesetzlichen Vorschriften geschlossen. Aber nicht nur Menschen mit einem Vollzeitvertrag können sich auf die neuen gesetzlichen Regelungen verlassen, auch wer einen Teilzeitvertrag oder ähnliches schließen will, der wird dies schriftlich und rechtskräftig erledigen. Wird nur die Arbeit an einem besonderen Projekt festgehalten, soll ein Vertrag über einen Auslandsauftrag geschlossen werden oder soll ein Zeitvertrag die Länge von 4 Wochen überschreiten, all diese Verträge werden seit 2014 rechtskräftig schriftlich geschlossen. Erfolgt aber kein Abschluß eines solchen Vertrages, so kann sich der neue Arbeitnehmer über einen Vollzeitvertrag freuen, der auch noch als unbefristet gilt.

Besieht man sich die neuen spanischen Arbeitsverträge, dann gibt es Bestandteile, auf die Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht verzichten dürfen. Natürlich dürfen die persönlichen Angaben zur Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht fehlen, damit der Arbeitsvertrag auch zugeordnet werden kann. Ist die Vertragsart aufgeführt worden, so muss auch der Beginn des Arbeitsverhältnisses nicht vergessen werden und ist das Arbeitsverhältnis begrenzt, so muss auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht vergessen werden. In einen rechtsgültigen Arbeitsvertrag gehören die Angaben zur Arbeit, wobei die Berufskategorie, die Position und die Arbeitsleistung zu lesen sein müssen. Arbeitszeit, Tage oder der Arbeitsort, die Bedingungen der Arbeit gehören auch in den Vertrag, sodass auch die Probezeit und der Urlaubsanspruch nachzulesen sind. Wichtiger Bestandteil ist das Gehalt und seine Höhe, wobei hier auch ein Tarifvertrag aufgeführt werden muss, der hier angewendet wird. Ein Arbeitsvertrag in Spanien kann nur Gültigkeit erlangen, wenn er von Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder den gesetzlichen Vertretern unterschrieben wurde. Zusätzlich sollte man den Vertrag beim betreffenden Arbeitsamt vorlegen, wobei dies innerhalb eines Zeitraumes von 10 Tagen geschehen muss, damit der Arbeitnehmer registriert werden kann. Kommt es zu Problemen wegen eines Arbeitsvertragen, dann muss der Arbeitnehmer sich an einen Anwalt wenden oder die Internetseite enterspain.com kann zur Klärung beitragen.

Auch der spanische Arbeitnehmer wird Rechte und Pflichten aus einem Arbeitsverhältnis ableiten müssen. Zu seinen Rechten zählt immer wieder, dass er während der Arbeitszeit auch Anspruch auf einen Arbeitsplatz hat. Dazu darf er sich über einen Anspruch auf Weiterbildung und Förderung in seiner Firma freuen, doch besonders wichtig ist sein Recht, dass er zu seinem Arbeitsplatz immer einen freien Zugang haben muss. Damit das Arbeitsklima auch stimmen kann, muss die persönliche und körperliche Integrität gewährleistet sein und erbringt der Arbeitnehmer sein Leistung, so hat er auch das Recht, dass Lohn und Gehalt immer pünktlich gezahlt werden. Neben den Grundrechten wie diesen, gibt es immer noch besondere Arbeitsrechte, die sich aus besonderen Firmengegebenheiten ergeben können.

Ein Blick auf die Pflichten der spanischen Arbeitnehmer wird natürlich die Leistung und deren Erbringung im Vordergrund stehen, wobei „Wissen, Vertrauen und Verantwortung“ beachtet werden müssen. Je nach Branche sollte der Arbeitnehmer sich an die Hygienevorschriften halten, aber auch die modernen Sicherheitsvorschriften sind stets zu beachten. Und gibt es Arbeitsanweisungen durch die Vorgesetzten, so muss sich der Arbeitnehmer auf Mallorca daran halten. In Zeiten, wo immer mehr Arbeitnehmer mehr als eine Arbeitstelle haben, kann es zu den Pflichten gehören, dass man die anderen Arbeitsstellen nicht in der kleinen Branche sucht, denn die Ausschließlichkeit kann eine Arbeitnehmerpflicht sein. Natürlich will jedes Unternehmen die Produktivität stetig steigern und so ist es auch eine Arbeitnehmerpflicht daran mitzuwirken. Es kann in jedem Vertrag aber auch noch sonstige Pflichten geben, die sich aus den Besonderheiten eines Unternehmens ergeben können.

Untersucht man in Spanien die verschiedenen Arten von Arbeitsverträgen, dann kann ein Vertrag befristet oder unbefristet sein. Die größte Anzahl an Arbeitsverträgen  in Spanien sind heute nur befristet und der Statistiker wird sogar auf eine Anzahl von 80 bis 90 Prozent  hinweisen. Der spanische Staat möchte gerne auf diese Vertragsabschlüsse durch  Bonifikationen bei den Sozialabgaben einwirken und mehr unbefristete Verträge dadurch in der Zukunft haben. Genauso soll die Einstellung bestimmter Bevölkerungsgruppen wie den Opfern häuslicher Gewalt, Jugendlicher und Frauen mit guten Arbeitsverträgen gefördert werden.

Teilzeitstelle als Start in den Arbeitsmarkt auf Mallorca

Für Mütter und Männer, die sich nur einen Teilzeitarbeitsplatz sichern konnten, gibt es  auch schriftliche Teilzeitverträge in Spanien, die wichige Bestandteile vorweisen. So müssen hier Überstunden nicht geleistet werden, nur wen höhere Gewalt vorliegt. In diesem Vertrag muss die Anzahl der Arbeitszeit, ob wöchentlich oder monatlich oder jährlich angegeben werden.  Dazu sollte die Verteilung auf die Wochentage nicht vergessen werden.

Kann der EU-Bürger sich über einen Ausbildungsplatz in Spanien freuen, dann kann dies in zwei Arten erfolgen. In Form eines Praktikums  wird der Auszubildende vor allem praktische Berufserfahrung sammeln, in dem er ein Praktikum von 6 bis 24 Monaten Dauer in der Ausbildungszeit nutzen kann. Mit einer Bezahlung von 60 % im ersten Jahr und 75 % eines normalen Gehaltes im zweiten Ausbildungsjahr wird der Auszubildende auf seine spätere Tätigkeit vorbereitet. Aber es gibt auch die Mischung aus Theorie und Praxis, wobei die Dauer je nach Auszubildendem sehr unterschiedlich sein wird. Ob 3 oder 2 Jahre entscheidet sich ob es sich um einen Langzeitarbeitslosen oder einen jugendlichen Auszubildenden zwischen 16 und 21 Jahren handelt.

Weit verbreitet in Spanien ist der befristete Arbeitsvertrag.  Hier muss festgehalten werden, ob es um eine festgelegte Arbeit oder Dienstleistung handelt. So wird die Dauer der Arbeit zum festen Bestandteil des Vertrages, auch wenn nicht genau gesagt werden kann, wie lange die Fertigkeitstellung der Arbeit wirklich benötigt. In einem solchen Vertrag muss natürlich genau die Dienstleistung oder die zu leistende Arbeit genau festgelegt werden. Auch wenn der Vertrag nur befristet ist, so besteht doch eine Kündigungsfrist von 15 Tagen, wenn die Dauer mehr als ein Jahr beträgt. Es können aber auch Verträge geschlossen werden, sodass der Arbeitnehmer nur in Fällen von Nachfrageschwankungen und Produktionsspitzen beschäftigt werden. Bei befristeten Verträgen ist es vorgeschrieben, dass ein Vertrag schriftlich zu schließen ist, wenn er eine längere Dauer als 4 Wochen einschließt. Wird dieser Arbeitsvertrag aber immer wieder verlängert und besteht er länger als 2 Jahren, dann wird er automatisch in einen unbefristeten Arbeitsvertrag umgewandelt.

Die spanische Regierung möchte das Abschließen unbefristeter Arbeitsverträge fördern. Der unbefristete Arbeitsvertrag kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Heute gibt es viele staatliche Förderungen, sodass der Arbeitnehmer zum Beispiel mit einer geringeren Abfindungsverpflichtung rechnen muss. In Spanien gibt es deshalb zahlreiche Gruppen, die von diesen Fördermaßnahmen profitieren können. So können sich arbeitslose Frauen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen darüber freuen. Aber auch arbeitslose Männer und vor allem arbeitslose Mütter gehören zu der Gruppe von Arbeitswilligen, die durch die Fördermaßnahmen zu einem besseren Arbeitsvertrag kommen werden. Auch in Spanien richten sich die Bezahlungen von Arbeitnehmern  nach den Tarifverträgen, die zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern getroffen werden. Hier werden auch Mindestlöhne festgelegt und besondere Sonderleistungen wie Sonderurlaube, Sonderzahlungen, Urlaubsansprüche oder das 13. und 14. Monatsgehalt können hier festgehalten werden.

Gehaltsabrechnung in Spanien

Erhält ein Arbeitnehmer in Spanien sein Gehalt, dann kann er auch in einer Gehaltsabrechnung die Berechnung der Gehaltssumme nachvollziehen. Mit einigen vorgeschriebenen Bestandteilen kann in einem bestimmten Abrechnungszeitraum nachvollzogen werden, wie sich die Gehaltssumme zusammensetzt. Sonderzahlungen, diverse Zulagen, Überstunden und der Basislohn, im Mittelteil der Abrechnung sind alle Posten aufgeführt, dass der Leser nachvollziehen wird, wie seine Gehaltssumme zustande kam .

Selbst besondere Bestandteile wie der Anspruch auf Abfindung, das Vertragsende und eine Kündigung können im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Ob befristeter Vertrag oder unbefristeter Arbeitsvertrag, es gibt vertragliche Regelungen in Spanien, die man beim Unterschreiben des eigenen Arbeitsvertrages vorher gelesen haben sollte. 12 Arbeitstage oder das 13. oder 14. Monatsgehalt, beim befristeten Vertrag kann diese Lösung als Abfindung zu finden sein. Aber auch im unbefristeten Arbeitsvertrag gibt es gesetzliche Vorschriften, die im Vertrag festgehalten werden können. So gibt es je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses eine Anzahl von Arbeitstagen, die zusätzlich gezahlt werden, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wurde. Ist das Unternehmen wirtschaftlich in eine Schieflage geraten, so kann die Anzahl der Abfindungstage reduziert werden, aber es gibt auch anderen Gründe, die bei der Anzahl der Tage eine geringere oder vermehrte Zahl bescheren werden. Und gibt es Zweifel an der Entscheidung und an der Höhe der Abfindung, dann kann das Arbeitsgericht eine Vermittlung bringen.

Wer einen Arbeitsplatz in Spanien finden will, der sollte sich eingehend über die vertraglichen Regelungen für Arbeitnehmer in diesem Land informieren. Mit Kenntnissen der Sprache, einem anerkannten Beruf und etwas Glück bei der Arbeitswahl kann der Start in Spanien geschafft werden.